Augsburger angriffslustig auf Bayerischer Meisterschaft

Geschrieben von Roland Wegner am TPL_WARP_PUBLISH .

Markt Schwaben war für die meisten Augsburger Leichtathleten ein erfolgreicher Ausflug. Bei den Bayerischen Meisterschaften erzielten sie zahlreiche Medaillen und Bestleistungen, einer jedoch befürchtet Albträume auf Grund dreimal Platz 4. Insgesamt 10 Medaillen wurden in die Fuggerstadt zurückgebracht.

Silber für die LG-Nachwuchsstaffel (4x100 Meter)

Kim-Dominik Seyfried (LG Augsburg) rehabilitierte sich im Speerwurf der Männer zum missglückten Auftritt der Vorwoche. Gleich mit seinem ersten Versuch auf 69,40 Meter ging er in Führung, die er im vierten Durchgang auf die Siegweite von 70,61 Meter ausbauen konnte. "Ich wollte diesen Titel unbedingt haben, so schnell lasse ich mich nicht verdrängen", reagierte Seyfried erleichtert, nachdem der Zweitplatzierte Jonas Bonewit von der LG Stadtwerke München in diesem Jahr schon etwas weiter als der Augsburger warf und damit den Titel bereits fest für die Landeshauptstadt einplante.

Im Kugelstoßen der Männer konnte sich Dennis Edelmann (LG Augsburg) die Bronzemedaille sichern. Nach einer Bänderverletzung war er froh, die 7,26 Kg schwere Kugel bereits wieder auf 14,81 Meter zu bringen. Das angestrebte 16-Meter-Ziel wird allerdings auf die nächste Hallensaison verschoben.

Voll auf Angriff lief LG-Neuzugang Sonja Keil über 400 Meter Hürden der Frauen. Es war ihr erst zweiter Auftritt in dieser Saison über diese Distanz und der erste Lauf bei einer Bayerischen Meisterschaft seit dem Jahr 2005. Mit hohem Tempo ging die Berufschullehrerin rasch in Führung, die sie bis zur 8. Hürde verteidigen konnte, am Ende wurde sie mit Silber und einer neuen Saisonbestzeit von 63,81 Sekunden belohnt. "Hinsichtlich der Platzierung habe ich mit meiner Taktik das Optimalste rausgeholt. Ich habe alles so umgesetzt, wie ich es mir vorgenommen habe (mutig angehen, kein Drippeln, Arme mitnehmen) und habe gekämpft bis zum Ende. Wenn halt eine tiefe 63 oder 62,99 auf der Uhr gestanden hätte, wäre es natürlich noch genialer gewesen, auf den letzten 50 Metern fehlten noch die Körner. Ich habe aber alles versucht und nach der langen Pause und den wenigen Monaten Training bin ich jetzt über den Bayerischen Vizetitel echt zufrieden", so die 30-jährige in Feierlaune, die in ihrer Jugendzeit zu den besten Hürden-Langsprinterinnen Deutschlands zählte.

Dreimal die Goldene Ananas gewann Aleksandar Askovic (LG Augsburg, U20). Der Bayerische Mehrkampfhallenmeister verbesserte sich in den letzten Wochen über 100 Meter in den absoluten bayerischen Spitzenbereich hinein, erst vor einer Woche gelang ihm die Bestzeit von 10,84 Sekunden. Im Vorlauf konnte er in Markt Schwaben mit 11,05 Sekunden einlaufen, ehe der 17-jährige im Halbfinale aufhorchen ließ. Mit 10,76 Sekunden (regulärer Rückenwind +0,6 m/Sek.) steigerte er seinen Hausrekord erneut und ist nun nur noch 0,12 Sekunden vom Schwäbischen Rekord aus dem Jahr 1986 entfernt. Das Finale zeigte, dass es derzeit in Bayern einen sehr schnellen Jahrgang gibt, gleich fünf Sprinter blieben unter 11 Sekunden. Aleksandar Askovic bestätigte seine Form in 10,82 Sekunden und musste aber mit Platz 4 vorlieb nehmen. Die Kräfte ließen nach diesem Programm nach, beim Weitsprung (6,73 Meter) und Stabhochsprung (4,50 Meter) blieb er etwas unter seinen Möglichkeiten und hatte damit mit zwei weiteren vierten Plätzen erneut das Nachsehen im Kampf um die Medaillen.

Bereits seine zweite Bayerische Silbermedaille in dieser Saison gewann Brian Weisheit (LG Augsburg). Zuletzt über 2000 Meter Hindernis und nun auch auf der  3000 Meter Strecke der männlichen Jugend U20. Das gesamte Rennen war schnell, aber auch taktisch und kämpferisch geprägt. Der Gymnasiast lief die zweite Hälfte 10 Sekunden schneller als die erste und verbesserte seine persönliche Bestzeit um mehr als 20 Sekunden auf nun excellente 8:50,83 Minute, worüber er sich zusammen mit seinem Lauftrainer Frank Lauxtermann (TGVA) überaus erfreut zeigte.

Große Freude bereiteten den LG-Trainern Philip Xenos, Christian Pfänder, Peter Pawlitschko und Jadranka Askovic das Abschneiden des U18-Nachwuchses. Die 4x100 Meter-Staffel in der Besetzung Pothila Watcharaphon, Dominik Meier, Lukas Friedrich und Dominik Riffel besiegten die favorisierte LG Stadtwerke München (Platz 3) und kamen nur einen Wimpernschlag hinter Aschaffenburg ins Ziel. Mit neuer Teambestzeit von 44,36 Sekunden war die Silbermedaille hochverdient. Dominik Riffel verbesserte darüber hinaus im 100 Meter Halbfinale seine persönliche Bestzeit auf 11,58 Sekunden. Staffelkollege Lukas Friedrich gewann noch eine weitere Medaille. Über 400 Meter steigerte er seine Bestzeit auf 51,23 Sekunden, holte damit Bronze und sprang im letzten Moment noch auf den Zug zur Deutschen Jugendmeisterschaft nach Jena. Aus der Sprintstaffel war auch noch Dominik Meier als Solist sehr erfolgreich. Er gewann die im Diskuswurf die Silbermedaille in neuer persönlichen Bestweite von 44,47 und die Bronzemedaille beim Kugelstoßen mit 14,73 Meter vor seinem Vereinskollegen Tim Bauer (13,64 Meter, persönliche Bestweite). Philipp von Schwartzenberg steigerte seine Speerwurfleistung erneut. Die 700 Gramm brachte er auf 51,36 Meter und war mit Platz 6 nur 1,5 Meter von den Medaillenplätzen entfernt.

Zwei weitere Leichtathleten gewannen für Augsburg Medaillen. Im Trikot der TG Viktoria Augsburg zeigte Hiob Gebisso (U23) sein Talent über die Langstrecke 5000 Meter. Mit erzielten 14:47,08 Minuten verbesserte er seine persönliche Bestleistung um eine Sekunde und gewann damit verdient die Goldmedaille. Im gemeinsamen Lauf mit den Männern kam er als Drittschnellster ins Ziel. Im 3000 Meter Rennen verdiente sich Leandra Zimmermann die Silbermedaille. Bei der weibliichen Jugend U20 lief sie ein sehr engagiertes Rennen, in dem sie der Favoritin und späteren Siegerin lange Paroli bot. Neben der Vizemeisterschaft wurde sie mit einer um 23/100stel verbesserten Bestzeit (10:11,58 Minuten) und der Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft belohnt.

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