Goldene Athleten bei der LG Augsburg

Geschrieben von Roland Wegner am TPL_WARP_PUBLISH .

Einige Überraschungen und Spitzenleistungen gelangen Augsburger Leichtathleten bei der Bayerischen Meisterschaft (Männer/Frauen/U20/U18) in Erding. Mit insgesamt 10 gewonnen Medaillen bestätigte sich einmal mehr die gute Nachwuchsarbeit der letzten Jahre der LG Augsburg.

 

Nina Bauch auf dem Weg zum Titel

 

Blaue Leichtathletikanlagen haben aufgrund ihrer Seltenheit eine besondere Anziehungskraft auf die Sportler, wodurch Spitzenleistungen meist nicht ausbleiben. Auf Nina Bauch als amtierende Titelträgerin ihrer vorigen Altersklasse ruhten die Hoffnungen, auch bei der der Klasse U18 Medaillen zu sammeln. Über 100 Meter qualifizierte sie mit 12,26 Sekunden knapp als Schnellste fürs Finale. Dort konnte sie sich noch steigern und gewann nach 12,15 Sekunden. "Ich freue mich sehr über diese Goldmedaille, schließlich bin ich in dieser Altersklasse ja heuer im jüngeren Jahrgang. Bei der in zwei Wochen anstehenden Deutschen Meisterschaft ist die Teilnahme am Finale mein Ziel", gibt die 16-jährige Auskunft. Über 200 Meter gewann Nina Bauch die Silbermedaille und freute sich über ihre neue persönliche Bestzeit von 24,87 Sekunden. Weitere gute Sprintzeiten folgten in der Frauenklasse schließlich noch von Sabrina Slowiok in 12,80 Sekunden, Komal Datta in 12,84 Sekunden und Jana Missenhardt in 12,89 Sekunden.

Für Alexandar Askovic ging ein langjähriger Traum in Erfüllung. Nach mehreren Anläufen wurde er erstmals Bayerischer Meister über 100 Meter. Dass er dies in Erding schaffte, verdankte er einer fulminanten neuen Bestzeit! Trotz leichtem Gegenwind steigerte er sich auf 10,67 Sekunden, womit ihm kein anderer U-20-Sprinter das Wasser reichen konnte.  Jahrzehntelang lange ist kein schwäbischer U20-Sprinter so schnell gelaufen. Vor exakt 36 Jahren gelang Markus Kremer mit handgestoppten 10,4 Sekunden der immer noch geltende Bezirksrekord, was in elektronischer Messzeit 10,64 Sekunden entspricht. Laut LG-Trainer Stefan Wastian ist diese Zeit bei guten Wetterbedingungen möglich, vielleicht bereits bei der Deutschen U20-Meisterschaft. Am Folgetag krönte sich Aleksandar Askovic sogar zum Doppelmeister. Im Weitsprung lag er mit zwei Zentimetern denkbar knapp vor seinen Rivalen, mit 7,04 Meter sprang er zum zweiten Mal in seiner Karriere über die 7 Meter. Gespannt wird Aleksandar Askovic die diesjährigen Olympischen Spiele verfolgen. Im Zehnkampf würde er mit diesen beiden Leistungen international eine gute Rolle abgeben und auch Stabhochsprung oder Hochsprung beherrscht er gut. Darauf angesprochen, bleibt er realistisch. "Ja natürlich denkt man daran, aber für den Zehnkampf müsste das Training vor allem im Kraftbereich wegen den Wurfdisziplinen noch viel stärker ausgebaut werden, das ist zeitlich für mich schwierig und auch das Verletzungsrisiko würde wohl steigen". 

Mächtig steigern konnte sich Timo Sturm (U20) über die 200 Meter. Im Vorlauf blieb er mit 23,46 Sekunden knapp unter seiner bisherigen Bestzeit und qualifizierte sich fürs Finale. Die dortige Steigerung auf 22,94 Sekunden war beachtlich und wurde mit Platz 4 belohnt.

Eine faustdicke Überraschung gelang auch Sonja Keil. Die Berufsschullehrerin hat erst im Vorjahr nach langer Abstinenz wieder mit Leichtathletik begonnen und steigerte sich seitdem kontinuierlich über ihre Lieblingsdisziplin, den 400 Meter Hürden. Dass sie mit 30 Jahren allerdings nochmals ihre 13 Jahre alte persönliche Bestleistung unterbieten kann, hätte sie nicht geglaubt. In Erding lieferte sie sich bis Ausgang der Zielgeraden ein Kopf an Kopf-Rennen, setzte sich aber dann immer mehr durch und gewann den Bayerischen Titel. "Ich bin so happy, darauf habe ich ein ganzes Jahr hingearbeitet. Schade, dass die Deutsche Meisterschaft für die Frauen heuer schon war, denn ich hätte mich mit dieser Zeit dafür qualifiziert", zeigt sie die doppelte Wertigkeit ihrer Titelleistung auf.

Titelgaranten waren in den letzten Jahren stets die Speerwerfer Susanne Siebert und Kim-Dominik Seyfried, die sich dieses Mal knapp geschlagen geben mussten, aber trotzdem mit Silbermedaillen zufrieden waren. Susanne Siebert kehrte erst vor wenigen Monaten aus der Babypause zurück und muss weniger Trainingszeit mit ihrer Routine ausgleichen. Mit 50,01 Meter gleich im ersten Versuch war sie ebenso wie Trainer Peter Pawlitschko sehr zufrieden und gönnte der Siegerin Sarah Leidl aus Passau den Sieg, die ein Jahrzehnt an der Augsburgerin bei Meisterschaften nicht vorbei kam.

Sehr spannend ging es bei den Männern zu. Kim-Dominik Seyfried lag noch im Vierten Versuch mit 67,44 Meter nur einen Zentimeter hinter dem Führenden Jonas Bonewit (LG Stadtwerke München). Beide steigerten sich im letzten Versuch nochmals, die erreichten 68,47 Meter bedeuteten für Kim-Dominik Seyfried Saisonbestweite, zum Titel fehlten letztlich 2 Meter.

Jasmin Sailer (U18) steuerte 2 Bronzemedaillen bei. Im Kugelstoßen steigerte sie ihre Bestweite im letzten Versuch auf 12,66 Meter und arbeitete sich damit von Platz 4 auf Platz 3. Auch im Diskuswurf konnte sie ihre Bestleistung ausbauen. Zusammen mit ihrem Trainerteam Philip Xenos und Almut Brömmel freute sie sich über 33,62 Meter.

Weitere gute Wurfleistungen gelangen Dominik Mayer (Diskuswurf U20: 41,58 Meter, Platz 4, neue persönliche Bestweite) und Joshua Edelmann (Speerwurf Männer, 53,67 Meter, Platz 5). 

Taktisch geprägt war der Lauf über 3000 Meter, an dem Brian Weisheit um den Titel rennen wollte. Der Augsburger probierte einen Ausbruchsversuch, konnte die Konkurrenten aber nicht abschütteln. Die letzten 1000 Meter wurden dann sehr schnell (ca. 2:45 Minuten), die drei Medaillen waren letztlich Zentimenterentscheidungen. Erst das Zielfoto konnte ermitteln, wer Zweiter oder Dritter wurde, so dass Brian Weisheit mit dem Gewinn der Bronzemedaille zufrieden sein musste, die erreichte Zeit von 9:10,85 Sekunden hackte er unter "Meisterschaftsrennen" ab, seine Bestzeit liegt bei 8:50,83 Minuten.

Vollständige Ergebnisliste

 

Aleksandar Askovic auf dem Weg zum Titel


 

Sonja Keil auf dem Weg zum Titel