[16.08.2018] Rückblick - Stille EM-Helden – Bemerkenswertes abseits des Podiums

Geschrieben von leichtathletik.de am .

Mit Freude und auch etwas Wehmut blicken wir zurück auf die Europameisterschaften 2018, auf die wir so lange hingefiebert haben und die dann vorübergingen wie im Fluge. Wir haben die Sieger, Medaillengewinner und Platzierten gefeiert. Doch auch abseits des Rampenlichts spielten sich in Berlin viele bemerkenswerte Szenen ab, die Geschichten von einem ganz besonderen deutschen Leichtathletik-Team erzählen.

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Sprinter Aleksandar Askovic: Mit deutschem Pass zur Bayerischen Hallenmeisterschaft

Geschrieben von Roland Wegner am TPL_WARP_PUBLISH .

Aufregende und emotionale Wochen erlebt gerade Aleksandar Askovic. Zuerst unterbot der Sprinter der LG Augsburg den schwäbischen Uralt-Rekord über 60 Meter. Mit 6,82 Sekunden zählt er nun zu den besten Sprintern in Deutschland und darf hoffen, nun auch bald bei den Verantwortlichen des Bundeskaders ins Blickfeld zu geraten. Bisher machte für nationale Ambitionen nämlich vor allem ein formales Erfordernis Schwierigkeiten. Sein serbischer Pass war nach einer DLV-Regeländerung plötzlich der Hinderungsgrund, bei der Deutschen Meisterschaft nicht mehr starten zu dürfen, so dass sich der Augsburger Student entscheiden musste.

 

Das Ziel eines jeden Spitzensportlers, an nationalen und auch internationalen Meisterschaften teilzunehmen, bedurfte einer Überlegung, die für Askovic nicht leicht war. Als 3-jähriger kam er nach Augsburg und ist natürlich fest verbunden mit der Fuggerstadt. Hier ging er zur Schule, hier studiert er und ist aktives Mitglied bei der Leichtathletikabteilung des TSV Schwaben Augsburg. Serbien als Heimatland seiner Eltern spielt zu Hause im Hochfeld natürlich ebenfalls noch eine nicht unwichtige Rolle. In Serbien wäre Aleksandar Askovic derzeit schnellster Sprinter und Teilnahmen an Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen wären für ihn über dieses Trikot leichter. Aber Askovic wäre nicht Askovic. Still und heimlich entwickelte er sich zu einem äußerst selbstbewussten Sprinter. „Ich kann es auch ins Nationaltrikot von Deutschland schaffen“, gibt er unumwunden Einblick auf seine persönlichen Ziele.

Die Entscheidung für den deutschen Pass traf er bereits im Vorjahr, gedauert hat es bis vor wenige Tagen, als er das Ausweisdokument von den Behörden endlich ausgehändigt bekam. Die Voraussetzungen für die Deutsche Hallenmeisterschaft (17.-18.02.2018 in Dortmund) sind damit alle erfüllt. Damit er dort nicht nur über 60 Meter starten kann, will sich Askovic am kommenden Sonntag bei der Bayerischen Hallenmeisterschaft in München auch die Qualifikation über 200 Meter sichern, 21,95 Sekunden sind hier gefordert. Bei den 60 Metern am morgigen Samstag geht es ihm ebenfalls nur um die Zeit: „Nach dem Komma soll eine Sieben stehen“, so der klare Favorit über das Ziel.

 

Weitere Kandidaten der LG Augsburg mit Medaillenchancen sind Dennis Edelmann (Kugelstoßen), Godo Kurten (U20, 400 Meter) und Sonja Keil (400 Meter). Von der TG Viktoria Augsburg stehen in der Meldeliste Steffen Co (400 Meter) und Stefanie Kirschey (800 Meter) auf aussichtsreichen Startplätzen. Bei der parallel stattfindenden Bayerischen Winterwurfmeisterschaft auf dem Olympiagelände hofft Jasmin Sailer (U20, LG Augsburg) auf Medaillen im Diskus- und Speerwurf.

 

Meldelisten und Zeitplan: unter www.blv-sport.de